FIfFKon 2021 Programm

Das Programm für den Haupttrack steht schon fest - der Schultrack ist tlw. noch in Planung. Die Vortragszeiten können sich noch (geringfügig) ändern.

16:15
Eröffnung


16:45
Eröffnung

Begrüßungsworte


FIfF Vorstand

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17:00
Vortrag

Digitale Risikokompetenz ist die Fähigkeit, die Chancen und Risiken von digitalen Technologien zu verstehen, und der Wille, in einer von Algorithmen bevölkerten Welt die Kontrolle zu behalten. Diese Kompetenz betrifft sowohl individuelle Fähigkeiten als auch gesellschaftliche Entwicklungen. Milliarden werden weltweit investiert, um Tablets und Whiteboards in Klassenzimmer zu bringen, aber kaum etwas in die Risikokompetenz der Menschen. Folglich zeigen Studien in den USA und Deutschland, dass die Mehrzahl der Digital Natives nicht weiß, wie man Fakten von Fakes unterscheidet oder auch nur Nachrichten von Werbung. Auf der gesellschaftlichen Ebene versuchen Tech-Unternehmen und Staat zunehmend das Verhalten der Bürger vorherzusagen und zu steuern, etwa mittels Big-Nudging oder Sozialkreditsystemen. In einer digitalen Welt werden wir mehr als je zuvor mitdenken müssen, um die Fernbedienung für die Steuerung unseres Verhaltens und unserer Emotionen wieder selbst in die Hand zu nehmen. Die Gefahr ist nicht, dass künstliche Intelligenz demnächst menschlicher Intelligenz weit überlegen ist – davon sind wir weit entfernt. Die Gefahr ist, dass Menschen aufhören, selbst zu denken und ihre Intelligenz zu benutzen.


Prof. Dr. Gerd Gigerenzer (Harding-Zentrum für Risiko-kompetenz, Uni Potsdam)
Foto: © Arne Sattler

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18:00
Vortrag

Künstliche Intelligenz bietet enorme Potenziale zur Lösung komplexer gesellschaftlicher Herausforderungen, etwa im öffentlichen Sektor. Dort sollen Algorithmen-basierte Entscheidungsprozesse (Automated Decision-Making, ADM) bürokratische Verfahren automatisieren und optimieren. Subjektive und fehlerhafte menschliche Entscheidungen sollen sich erübrigen. Allerdings wirft der Einsatz von ADM neue gesellschaftliche und ethische Fragen auf. So wird befürchtet, dass ADM bestehende gesellschaftliche Diskriminierung fortschreiben und verstärken könnte. Zwar hat die (semi- )automatisierte Prüfung von algorithmisch basierten Vorhersagen Fortschritte gemacht, bisher aber überwiegend in technischen Aspekten. Die Fehleranfälligkeit von ADM ergibt sich aber aus unfairen sozialen und ökonomischen Kontexten. Beispiele aus der Arbeitsmarktforschung zeigen, welche Verfahren automatisierter Fehlererkennung bisher untersucht und eingesetzt werden, welche innovativen Human-in-the-Loop Ansätze es in der Arbeitsmarktforschung bereits gibt, und in welche Richtung zukünftige Forschung gehen sollte, um Daten-generierende Prozesse und damit einhergehende Fehlerquellen für die Modellierung besser zu verstehen.

https://arxiv.org/abs/2108.04134


Prof. Dr. Frauke Kreuter (University of Mannheim Fachbereich Sozialwissenschaften sowie Ludwig-Maximilians-Universität München, Institut für Statistik)

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19:15
Sozial



10:00 Begrüßung

Begrüßungsworte

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10:15
Vortrag

Im aktuellen deutschen Strafrecht ist der Einsatz von Algorithmen noch Zukunftsmusik. Wie dieser Einsatz aussehen könnte, zeigt sich im Vergleich mit anderen Rechtsordnungen sowie im Spiegelbild wissenschaftlicher Diskussionen. Algorithmen werden in den USA etwa zur Bewertung des Risikos eingesetzt, das von Beschuldigten ausgeht. Oder sie sollen die Differenzen ausgleichen, die bei der Strafzumessung entstehen. Getragen wird dies, so sei zur Diskussion gestellt, durch das Zero Trust-Paradigma, ein Prinzip aus dem Sicherheits-Design von IT-Systemen. Wenn es aber kein Vertrauen ohne Kontrolle oder Überprüfung geben darf, könnten sich dadurch die Grundkoordinaten des Strafrechts verschieben. Wie würden sie sich verändern? Braucht nicht Zukunft – die zugleich für Wandelbarkeit wie auch für Ungewissheit steht – Vertrauen und konkret Vertrauen durch Konflikt?


Siehe auch "Künstliche Intelligenz als Ende des Strafrechts?"


Prof. Dr. Christoph Burchard (Goethe-Universität Frankfurt, FB Rechtswissenschaft)

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11:00
Vortrag

Seit etwa 50 Jahren sind digitale Technologien Triebfedern kapitalistischer Erneuerung. Doch erst seit Ende der 1990er Jahre erleben wir die Entstehung eines wirklich digitalen Kapitalismus, dessen Zentrum das kommerzielle Internet bildet. Leitunternehmen wie Google, Apple, Facebook und Amazon nehmen dabei Schlüsselpositionen für immer größere Teile der Wirtschaft ein. Sie haben periodische Krisen des Kapitalismus nicht nur unbeschadet überstanden sondern sind sogar an ihnen gewachsen. Nach der Eroberung immer neuer Märkte streben sie heute vor allem in den Bereich der öffentlichen Güter. Hier entfaltet sich der Konflikt zwischen digitaler Herrschaft und sozialer Innovation.
Prof. Dr. Philip Staab (Humboldt Universität Berlin, Lehrbereich Soziologie der Zukunft der Arbeit)

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13:00 - 15:15 Workshop

In der Situation der COVID19-Pandemie besteht zumindest jeweils landesweit das Bestreben nachzuholen, IT-Systeme und IT-Dienste zügig anzuschaffen und möglichst schnell umsetzen. Das soll Schulunterricht zu Hause sowie im Wechselunterricht gewährleisten. Viele IT-Systeme wurden aufgebaut oder IT-Dienste über externe Dienstleister eingeführt, um digitalen Unterricht zu ermöglichen. Ein gesicherter, dauerhafter Betrieb solcher IT-Systeme und IT-Dienste setzt Prozesse voraus, die für Stabilität und Verlässlichkeit sorgen. Diese entstehen, wenn Datenschutzprinzipien umgesetzt sind. Im Rahmen des Workshops werden Mechanismen dargestellt, die Transparenz, Zweckbindung und Intervenierbarkeit herstellen und gleichzeitig für Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit sorgen. IT- und zweckbezogene Fragenkataloge zur Umsetzung datenschutzrechtlicher Anforderungen der DSGVO unter schulrechtlichen Bedingungen sollen vorgestellt und erweitert werden. Die gemeinsame Diskussion hinsichtlich zu erwartender und erforderlicher Antworten soll zudem Tipps zur Evaluation bestehender IT-Systeme und IT-Dienste liefern.

Schließlich müssen organisatorische und technische Maßnahmen konkret realisiert werden. Sie sind ggf. anzupassen und über den gesamten Lebenszyklus der IT-Systeme und IT-Dienste vorzuhalten, um Freiheits- und Persönlichkeitsrechte von Schülerinnen und Schülern, ihren Erziehungsberechtigten sowie von Kollegium, Schulleitungen und weiteren Zuständigen zu gewährleisten.


Siehe auch "Digitalisierung in Schulen" in der FIfFKon 4/20.


Julia Stoll

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13:00
Vortrag

Menschliche Gehirne sind nicht besonders rational, auch wenn wir uns gerne so sehen. Jede Wahrnehmung dringt durch eine Linse von Vorurteilen ein; jeder Gedanke entsteht in einem Dickicht hartnäckiger kognitiver Verzerrungen. In den letzten Jahren ist es deutlich geworden, dass auch künstliche Systeme Voreingenommenheit aufweisen, die manchmal die Voreingenommenheit der Gesellschaft widerspiegelt und sie manchmal sogar verstärkt. Hier werde ich einige Varianten von Voreingenommenheit in natürlichen und künstlichen Entscheidungsprozessen beschreiben und ihre Genese vergleichen. Daraus kann man Schlüsse ziehen, welche Entscheidungen man getrost dem Algorithmus überlassen kann, wo man sich gegen solche Entscheidungen wehren sollte, und ob man die Lage verbessern kann.


https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fncom.2021.543872/full


Prof. Dr. Abigail Morrison (nstitute for Advanced Simulation, ForschZentr.Jülich, Dr. Computational Neuroscience, MSc AI)

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13:45
Vortrag

Die Digitalisierung des Gesundheitswesen verspricht, Patient*innen die Hoheit über ihre eigenen Gesundheitsdaten zu geben und ihnen dadurch zu mehr Mitbestimmung zu verhelfen. Patient*innen können beispielsweise frei entscheiden, welche Daten sie in der elektronischen Patientenakte speichern und mit welchen Ärzten sie diese teilen. Digitale Angebote wie Gesundheitsportale, Gesundheitsassistenten und Symptom-Checker sollen zudem die Kompetenz und damit auch die Selbstbestimmung und Eigenverantwortung der Bürger*innen in Sachen Gesundheit verbessern. Wird die lang geforderte Patienten-Selbstbestimmung im digitalisierten Gesundheitswesen endlich Wirklichkeit?

Selbstbestimmung im Gesundheitswesen bedeutet nicht, dass Patient*innen als mündig gesehen werden und ohne Bevormundung handeln können. Wie die Diskussion um die vermeintlich mangelhafte „Gesundheitskompetenz“ in der deutschen Bevölkerung zeigt, gehen Expert*innen davon aus, dass Bürger*innen zur Selbstbestimmung erst befähigt werden müssen – in Zukunft auch mithilfe digitaler Geräte und Angebote. Wie wandelt sich Selbstbestimmung, wenn sie digital gefördert und an bestimmte Voraussetzungen geknüpft wird? Inwiefern macht es ein digitales Gesundheitssystem sogar möglich, Selbstbestimmung zu kontrollieren und zu lenken durch die Erstellung und Zuschreibung von Datenprofilen, durch die Information über beängstigende Gesundheitsrisiken und die Definition von gesundheitskompetentem Verhalten? Wird Überwachung zu einem neuen Gesundheitsbedürfnis?


http://www.samerski.de/


Prof. Dr. Silja Samerski (Hochschule Emden, FB Soziales und Gesundheit)

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14:30 Vortrag


Heiner Heiland (Soziologie TU Darmstadt, BA Rechtswissenschaft, MA Sozialwissenschaft)

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15:30 Verleihung


FIfF

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17:15 Vortrag

Als in den 1980er Jahren das Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung gegründet wurde, neigte sich das erste Jahrhundert der Telefonie seinem Ende zu. Es wurden Glasfaserkabel in die Böden verlegt, staatliche Telekommunikationsunternehmen wurden zerschlagen und privatisiert, und Fragen des Gemeinwohls, der Mitbestimmung oder der sozialen Beherrschung von Technologie wurden in den Hintergrund gedrängt.

Vierzig Jahre später beobachten wir einen nicht weniger tiefschürfenden Wandel: Die Hyperscale-Rechenzentren der Plattformökonomie, die Ressourcen-intensiven Blockchain-Technologien der Finanzwirtschaft und der Handelskrieg zwischen den USA und China um die Vorherrschaft in Segmenten wie Halbleiter oder KI stellen die Fragen nach dem Verhältnis zwischen neuen Technologien, alten Nationalstaaten und international operierenden Tech-Konzernen neu. Auf Basis von historischen Fallstudien und ethnografischen Beobachtungen gehen wir den Fragen nach, welche Interessen die Politik digitaler Infrastrukturen prägen, welche Konfliktlinien auszumachen sind und welche Handlungsspielräume sich die Zivilgesellschaft zurückerobern müsste.


https://www.snf.ch/en/8mvtobGSOfpsJroW/news/news-140618-horizons-interview-with-monika-dommann-on-copyright-and-place-of-book-in-humanities (aus Authors and Apparatus: A Media History of Copyright) und Buch zum Vortrag: Data Centers: Edges of a Wired Nation


Prof. Dr. Monika Domman (Uni Zürich Historisches Seminiar)

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18:00 Verleihung


FIfF

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tbd
Vortrag


Rudi Kramer

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tbd
Vortrag

Die Verwendung der Büro- und Kommunikationssoftware von Microsoft birgt ein hohes Risiko, das Grundrecht auf Datenschutz der Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer zu verletzen. Verantwortlich im Sinne des Gesetzes sind dabei die Schulbehörden, meist die Schulleiter. Im Gegensatz zur Wirtschaft stehen diesen in der Regel weder professionelle Fachkompetenz noch finanzielle Mittel zur Verfügung, um Datensicherheit und Datenschutz zu gewährleisten.

Die Schulen tragen Verantwortung für die Bildung der Schülerinnen und Schüler, für deren Entwicklung zu nicht nur technisch, sondern auch sozial und politisch kompetenten Bürgern. Hier kollidieren Ansprüche und Vorstellungen einer digital ausgerichteten Welt mit klassischen republikanischen Forderungen.

Der Vortrag gibt in drei Teilen einen Überblick über die Bedeutung des Datenschutzes als Menschenrecht, erste Ergebnisse einer Datenschutz-Folgeabschätzung und die Probleme mit der Software großer Anbieter an Schulen am Beispiel von Microsoft und schließlich die Erfahrungen mit den Aufsichtsbehörden.


Oliver Rosbach

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ab 19:00 Gespräche


FIfF

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9:15 - 10:15 Begrüßung


10:00 - 10:05 Info


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10:05 - 10:45 Bericht


FIfF

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10:45 - 11:00 Info

Text folgt
FIfF

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11:00 - 11:30 Austausch


FIfF

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11:00 - 11:30 Info


FIfF

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12:00 - 15:00 FIfF


FIfF


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